GC Rück- und Ausblick: Leipzig vs. Köln

 

Wie schon in den vergangenen Jahren geht eine für mich spannende und unterhaltsame Games Convention – Woche zu Ende, jedoch mit dem Unterschied, dass dies meine vermutlich letzte GC auf Leipziger Boden war, da die Messe in 2009 durch die Kölner GamesCom abgelöst werden soll. Für Leipzig ist es ein herber Verlust; in erster Linie natürlich ein finanzieller. Aber nicht nur darüber ist man hier sauer. Die Leipziger sind stolz darauf die Messe zu dem gemacht zu haben was sie heute ist und trauen den aus der Presse bekannten Gründen für die Abwanderung (Mängel in der Infrastruktur) nicht so richtig. Die Menschen in Leipzig haben die Messe zelebriert – vom Taxifahrer mit GC-Shirt bis hin zu aufwändigen Bemalungen der Wohnhäuser und so schmerzt der Verlust noch ein wenig mehr.

Leipziger Wohnhausblock mit Little Big Planet Bemalung

Köln wird es nicht leicht haben die Leipziger GC erfolgreich zu kopieren, dennoch ist es der Messe zu wünschen, dass sie den Transfer schadensfrei überlebt. In den vergangenen Jahren haben einige Messen wie die E3 oder ECTS an Bedeutung verloren oder wurden komplett eingestellt. Man kann nur hoffen, dass der vom BIU gewünschte Standortwechsel keine ähnlichen Auswirkungen auf die GC hat. Denn das wäre nicht nur schade für Köln, sondern auch ein herber Schlag für den deutschen Markt. Drücken wir die Daumen, dass wir auch im nächsten Jahr eine tolle Messe haben! 

UPDATE: 

Soeben hat die Leipziger Messe bekanntgegeben, dass sowohl GCDC als auch GC im kommenden Jahr in Leipzig stattfinden werden. Damit liegt die Games Convention einen guten Monat vor der GamesCom in Köln – der Konkurrenzkampf um Aussteller und Aufmerksamkeit ist dadurch vorprogrammiert. Aus Branchenkreisen hört man, dass Sony und Activision Blizzard wohl Leipzig unterstützen werden, während Köln mit hoher Wahrscheinlichkeit von EA und Microsoft gestützt werden wird. 

Hoffen wir, dass dieser Konkurrenzkampf nicht dazu führt, dass wir 2010 gar keine Spielemesse mehr haben…

Leipzig Tag 8: Präsentationen

An meinem letzten GC-Tag gönnte ich mir wie jeden Morgen vor Beginn der Messe ein kleines Frühstück im wirklichen schönen Business Center der Messe Leipzig. Viele Spiele standen nicht mehr auf meiner “Must-See”-Liste und so hatte ich Gelegenheit ein paar Präsentationen beizuwohnen…

Frühstück im Businesscenter @ GC 2008

Auf Ubisoft`s Stand im Business Center hatte ich die Gelegenheit der Pressepräsentation des frisch angekündigten Anno 1404 beizuwohnen. Gezeigt wurde eine bereits sehr schicke Alpha-Version inklusive einer beeindruckenden Wind- und Wassersimulation, einem orientalischen Volk und sehr großen mittelalterlichen Städten.

In einer Präsentation von Tom Clancy`s Endwar wurde die Sprachsteuerung des Spiels ausführlich vorgestellt. Die knapp gehaltene Kommandosprache scheint dem ersten Eindruck nach wirklich sehr gut zu funktionieren. Sowohl Game als auch Level Design wurden clever an die spezielle Steuerung angepasst, wie beispielsweise die Begrenzung auf wenige, dafür sehr verschiedene Kampfeinheiten.

Am Stand von Warhammer Online hatten der Producer Jeff Hickman und der Creative Director Paul Barnett wieder einen ihrer amüsanten Live-Auftritte. In einer kleinen Making-Of-Präsenation sprachen sie auf er Bühne am Stand über die Anzahl verspeister Donots, der durchschnittlicher Büroumzüge der etwa 300 Mitarbeiter und der geborenen Kinder während der mehr als 3-jährigen Entwicklungszeit. Auch wurde ein neuer Ingame-Trailer gezeigt, der auf mich wesentlich farbenfroher wirkte, als vorherige Spielsequenzen.

Fifa für die Wii @ GC 2008

Eine weitere Live-Präsentation gab es am EA-Stand, wo das neue Fifa für die Wii vorgestellt wurde. Bei der Steuerung verfolgt man wohl eine ähnliche Richtung wie bei der Konkurrenzserie Pro Evolution Soccer: Gesten der Wii-Remote werden stärker eingebunden und die Zeigerichtung wird bei Schüssen und beim Passspiel verwendet.

Leipzig Tag 7: Eine Weltpremiere und weitere Spiele

Der frisch fusionierte Publisher Activision Blizzard wählte die die Messe in Leipzig aus, um dort zum weltweit ersten Mal den Cinematic-Trailer von Wrath of the Lich King zu zeigen. Gleich zweimal (in Englisch und in Deutsch) flimmerte der Trailer über die Leinwand und wurde von einem Meer aus GC-Besuchern begeistert aufgenommen. im Anschluss gab es noch die Möglichkeit den Trailer-Spezialisten von Blizzard Fragen zu stellen.

Wrath of the Lich King Trailer Premiere @ GC2008

Sony feierte weitere Premieren mit der Ankündigung einer Aufstecktastatur für das PS3-Pad, einer neuen PSP-Version mit besserem Display und der 80-Gigabyte-Version der PS3 für Deutschland.

Ein weiterer Höhepunkt war eine Präsentation von einem der Little Big Planet – Designer, der einem 4Players-Redakteur das breite Spektrum an Funktionen zur Levelgestaltung vorstellte, während ich und ein paar andere Interessierte ihnen über die Schulter schauten. Besonders beeindruckte mich die gut verständliche Darstellung und intuitive Verknüpfung ortsbasierter Skriptereignisse, die über unterschiedliche Schalter und Sensoren aktiviert werden können. Wenn alle Funktionen so gut in das Interface eingebettet sind, können von Little Big Planet noch viele Leveleditoren eine Menge lernen…

Little Big Planet Designer @ GC 2008

Mein erster Besuch auf der Messe galt heute Früh aber dem Stand von Fallout 3, der leider keine spielbare Version bot, sondern nur einen der Designer, der in einer Live-Demo durch das Spiel führte. Die Spielwelt wirkt stimmig und düster, jedoch scheint es immer noch ein paar technische Probleme zu geben: Direkt zu Beginn steckte der Designer mit seinem Avatar im Boden fest, während er natürlich schnell versuchte zu erklären, dass dies überhaupt zum ersten Mal passiert sei :) Aber das Anstellen lohnte sich: Neben der Präsentation gab es noch Wasser (für das Überleben im Bunker) und ein schönes T-Shirt.

Etwas enttäuscht war ich von Spore, dass ich heute kurz probespielen konnte. In der von mir zuerst gespielten Phase erinnerte mich das Spiel an das “Farming” bei WoW. Futtern, futtern, futtern und zwischendurch ein paar fremde Wesen bekämpfen oder durch Gesang beeindrucken. Das gesamte World-Design wirkte relativ generisch – ich bin gespannt wie das sich das auf den Spielpart auswirkt. Vom Kreatureneditor war ich schon sehr angetan, aber es wäre schade, wenn man bei diesem Titel das generelle Gameplay vernachlässigte hätte… Die DS-Version von Spore sah aus wie “Paper Spore”: Alle Figuren und Gegenstände waren zweidimensional gehalten. Auch die Steuerung wirkte noch nicht ganz ausgereift – lief die Figur gerade nach oben oder unten, wurde sie schräg dargestellt. Komisch!

Activison`s große Guitar Hero Bühne wurde heute auch von zwei richtigen Bands bespielt – gegen Mittag spielten Jennifer Rostock (nicht auf Plastikgitarren) und am Nachmittag die Backyard Babies (damit haben wir zwei weitere Bands, die dabei sein werden). Insgesamt scheint eine Menge Aufwand und Geld in die Werbung für Guitar Hero World Tour zu fließen, während sich Rockband mit einem sehr überschaubaren Stand etwas zurückhielt. Ich bin mal gespannt, welcher der beiden Anbieter zum Weihnachtsgeschäft mehr verkauft.

Ein vergleichsweise ruhiger Messetag in Leipzig

Insgesamt erschien mir die Messe nicht ganz so voll wie sonst zu sein – viele werden wohl erst am Wochenende kommen, was den heutigen Messebesuch noch relativ angenehm machte.

 

 

8 Tage digitale Spiele in Leipzig

Heute reise ich nach Leipzig, da bereits morgen für mich das Vorprogramm der Games Convention beginnt. Am Freitag und Samstag findet das Games Summer Camp der Uni Leipzig statt, auf dem unser Lehrstuhl mit zwei Vorträgen vertreten ist. Am Montag dann geht es weiter mit der Games Convention Developers Conference, an die sich ab Mittwoch dann die Messe mit dem Fachbesuchertag anschließt. Kulturell wird natürlich auch etwas geboten: Am Mittwoch Abend macht die Video Games Live – Tour in Leipzig halt. Ich bin schon gespannt, ob dieses Konzert mit dem der vorherigen Jahre im Gewandhaus mithalten kann…

In den kommenden Tagen werde ich versuchen regelmäßig über die beiden Konferenzen und die Messe zu berichten und meine Eindrücke zu schildern.